Der lange Weg von „Tiere in Not" e.V. Höxter/ Warburg Als wir, einige Tierfreunde aus dem Hochstiftbereich, uns vor gut 20 Jahren zusammentaten um einen Tierschutzverein zu gründen, da ahnten wir noch nicht, daß sich unser Leben mit diesem Schritt völlig verändern würde und daß wir in diesem Augenblick ein großes und schweres Sorgenpaket schulterten, das wir fortan tragen müßten. Wir taten es, weil wir nicht länger mit ansehen konnten, daß das Leid der herrenlosen, ausgesetzten und verstoßenen Haustiere ertragen werden mußte hinter den hohen Mauern und den verschlossenen Scheunentoren der Tierhändler, wo sie unbeschreiblichen Qualen und einem elenden Tod ausgesetzt waren. Fortan wollten wir Tierschützer uns dieser Tiere annehmen und ihnen eine sichere Unterbringung und ein würdiges Leben bei neuen Besitzern verschaffen. Kaum war der Verein gegründet, da nahm die Zahl der hilfebedürftigen Tiere lawinenartig zu. Für ihre Unterbringung mußten wir uns zunächst mit provisorischen Quartieren behelfen, doch überall wurden wir wieder vertrieben, weil Tiere in unserer Gegend keine Lobby haben. So scheiterten auch mehrere Versuche, einen Aussiedlerhofes für die herrenlosen Tiere zu erwerben, immer wieder an dem Widerstand der Städte. Erst als tierliebe Freunde aus München, Familie Rommenhöller, ein Anwesen am Rande von Bad Driburg kaufte und es dem Tierschutz schenkte, konnte den heimatlosen Vierbeinern eine dauerhafte Bleibe geschaffen werden. Allerdings mußten Bauten für sie darauf errichtet werden, wofür kein Geld im Verein vorhanden war. Wir hofften auf die Unterstützung des Kreises und der Städte, doch unser Bitten war vergeblich. So waren wir von der Hilfe tierlieber Menschen abhängig, und haben immer darauf vertraut, daß sie uns und unseren Tieren mit Spendengeldern helfen. Das ist bis heute so geblieben. Am Beginn eines jeden Monats wissen wir noch nicht, wie wir finanziell über die Runden kommen werden, denn gute Tierschutzarbeit ist teuer, und die Unterhaltung des Tierheimes kostet viel Geld. An jedem neuen Tag ein neues Wagnis - so verläuft unser Leben. Die Sorge darum, wie es auch morgen und übermorgen noch gelingen wird, die Not der hilflosen Kreaturen aufzufangen und zum Guten zu wenden, diese Sorge ist unser steter Begleiter und der Inhalt so manch einer schlaflosen Nacht. Unseren Mitgliedern und den vielen Tierfreunden im Kreisgebiet, aber auch über die Kreisgrenzen hinweg haben wir es zu verdanken, daß wir es bisher immer irgendwie geschafft haben, die vielen Aufgaben zu erfüllen, die auf einen Tierschutzverein in einem ländlichen Gebiet zukommen. (100m vom Tierheim entfernt)Wir bitten Sie - bleiben Sie uns und unserer Arbeit gewogen, denn wir sind auf Ihre Hilfe angewiesen. In einer Zeit, in der Gedankenlosigkeit und Gleichgültigkeit gegenüber den Leiden von Mensch und Tier so sehr verbreitet sind, werden Menschen gebraucht, die sich mit all ihrer Kraft für Leidende und Hilfebedürftige, für Unterdrückte und Schwache einsetzen, seien es Menschen oder Tiere. Man fragt uns Tierschützer gelegentlich, ob wir in dieser schlimmen Zeit nichts Wichtigeres zu tun wüßten, als uns um die Belange der Tiere zu kümmern. Wir aber meinen, daß uns die Leiden der Menschen nicht das Recht geben, die Not der Tiere zu bagatellisieren oder gar zu negieren. Der Nobelpreisträger Prof. Dr. Konrad Lorenz schreibt: „Man findet auch bei freundlichen und durchaus human denkenden Menschen die Anschauung, daß in einer Zeit wie der unserigen, wo Kriege drohen, die unendliches Leid über die Menschheit bringen würden, das Bestreben, das Leiden der Tiere zu vermindern, von untergeordneter Bedeutung sei. Dem ist folgendes entgegenzuhalten: Wer kein Mitleid mit der Kreatur schlechthin empfindet, wird auch den Schmerzen und der Not seiner Mitmenschen gefühllos gegenüberstehen. Die Erziehung zum Tierschutz ist daher ein volksbildnerisches Anliegen von allerhöchster kultureller Bedeutung und muß jedem denkenden Menschen am Herzen liegen. Außerdem haben Tierschutz und Naturschutz die gleichen emotionalen Wurzeln. Es ist undenkbar, daß ein Mensch, der die uns heute so unbedingt nötige Ehrfurcht vor der lebendigen Schöpfung besitzt, den Tierschutzgedanken ablehnt. Erziehung zum Tierschutz ist Erziehung zu wahrer Menschlichkeit." Die nachfolgenden Tiergeschichten sind nur ein ganz kleiner Ausschnitt aus einem dicken Buch vieler tausender Tierschicksale, die im Laufe der Jahre und Jahrzehnte durch unser Tierheim, durch unsere Hände und unsere Herzen gegangen sind. Sie dokumentieren überzeugend, daß unsere Tierschutzarbeit sinnvoll ist, und daß es sich lohnt, Opfer dafür zu bringen. All diesen Tieren konnte geholfen werden Dank der Existenz des Tierheimes und des Einsatzes der Tierschützer. Sie wären zum Sterben verdammt gewesen, ohne selber Schuld an ihrem traurigen Los zu tragen. |