| Eine kleine Geschichte aus meinem neuen Leben bei meinen neuen Menschen Im Juli bekam ich ein neues Herrchen und Frauchen. Beide hatten mich, die kleine Anke, gleich sehr lieb, ich sie aber auch. Es war Liebe auf den ersten Blick. Wir fuhren mit dem Auto (Autofahren ist Spitze) in mein neues Zuhause. Dort wartete schon ein schönes Plätzchen auf mich und ein leckeres Fresserchen. Hier ist es super, hier bleibe ich ! Hier fühle ich mich Drahthaardackel-wohl ! Abends sollte ich auf meinem sehr schönen Hundeplatz schlafen. Aber ich liebte meine neuen Leute doch schon soooo sehr und wollte auch nachts mit ihnen zusammen sein. Ich schlich mich ganz leise - taper-taper-taper- ans Bett. Aber bevor ich hochspringen konnte, sagte Frauchen schon: „Anke, Hundeplatz." Ich versuchte es noch dreimal. Aber immer hörte ich: „Anke, Hundeplatz !" Dann gab ich es auf. Nun ja, mein Plätzchen ist ja auch schön warm und weich. Dieses war mein erster Tag. Alles in allem war es prima und ich glaube, ich kann sehr froh und zufrieden sein. Ein Spaziergang im Wald. Ich gehe sehr gerne und lange spazieren. Herrchen und Frauchen fuhren mit mir in den Wald (hier ist überall Wald). Ich durfte ohne Leine loslaufen, aber ich war sehr vorsichtig und sah mich immer wieder um, ob die beiden auch mitkamen. Man weiß als kleiner Hund ja nie richtig, was die Menschen so im Sinn haben. Aber meine neuen Leute sind ja sehr lieb, ich bekomme sehr viele Streicheleinheiten. Aber nun zu meinem Spaziergang. Also, da waren überall herrliche Steine, die konnte ich mitnehmen und mit ihnen spielen. Herrchen warf dann immer so komische lange Stücke - ich glaube Stöckchen. Aber mir machte es mit den Steinen viel mehr Spaß. Oh, herrlich, ein Bach ! Nichts wie rein! Au wau - sind hier viele dicke Steine. Ich durfte ganz lange spielen. Dann ging es zurück. Leider mußte ich an die Leine, das war sehr schade, denn plötzlich sprang ein Reh über den Weg - wuff, wuff - wäre ich da gerne hinterher gejagt! Aber ich glaube, meine Menschen wissen schon, was gut für mich ist. Ich hätte mich bestimmt verlaufen - und was dann?
Ein aufregender Tag - meine erste gute Tat ! Gegen Mittag ging ich mit Herrchen Gassi (ja, richtig gelesen, ich darf den Weg aussuchen ). Wir kamen an vielen Gärten ohne Häuser vorbei. Auf einmal hörte ich ein klägliches Jaulen und Winseln, und zog mein Herrchen zu einem verwilderten Garten. Oh Gott, mir standen meine Haare zu Berge. Da lag zwischen einem Zaun und einem Baum ein großes Wollknäuel und jammerte zum Steineweichwerden. Wieder einmal haben so schreckliche herzlose Menschen einen meiner Kameraden einfach weggeworfen. Man könnte aus dem Fell fahren ! Warum nehmen die Menschen sich ein Tier, wenn sie überhaupt keine Ahnung von uns Tieren haben. Wir haben doch auch eine Seele und wollen leben. Wir danken es den Menschen doch mit Liebe, Treue und Wachsamkeit. Aber viele behandeln uns arme Kreaturen wie eine leere Bierdose - ex und hopp - einfach über'n Zaun. Wenn so viele meiner Kameraden einfach wieder weggeworfen werden, wenn sie einmal nicht so sind, wie der Mensch uns gerne haben möchte, dann sollten alle Züchter, die ja mit uns Geld verdienen, sich ganz genau überlegen, in welche Hände sie uns geben. Viele meiner Kameraden würden dann nicht so gequält werden und in den Tierheimen landen, wo sie von lieben Menschen wieder aufgepäppelt werden müssen. Mein Herrchen sagt immer, wer die Menschen kennt, lernt die Tiere lieben. Ich glaube, er hat recht. Nun aber wieder zu unserem Findling. Herrchen rief den Besitzer des Gartens an. Der kam und schloß das Tor auf. Mein Frauchen lockte den kleinen Bengel mit einem Leckerchen. Nach langem Sträuben kam er dann auch aus seinem Versteck. Wir nahmen ihn mit nach Hause. Frauchen befreite ihn von Kletten und Schmutz, denn er hatte ein dickes volles Fell. Er wurde dann ganz zutraulich und ging an mein Fresserchen. Na gut, ich hatte ja Mitleid mit ihm, denn er war ja noch ein kleiner Welpe, wenn er auch doppelt so groß war wie ich. Frauchen nannte ihn Teddy ( so sah er auch aus }. Aber dann ging es los - durch die ganze Wohnung und auf mich; ich bin nur ein ganz kleines Dackelmädchen und kam gegen diese geballte Masse nicht an. Ich mussteja auch mein neues Heim verteidigen und zwickte den Dicken. Frauchen brachte mich zu unser aller Sicherheit erst einmal ins Wohnzimmer. Dann rief sie den Tierarzt an, den meine Menschen so gut kennen. Mein Vorgänger war oft bei ihm, weil er so herzkrank war. Der Tierarzt nahm den dicken Teddy zu sich. Er hatte schon am selben Abend zwei liebe Menschen gefunden, die ein Haus mit großem Garten haben, zu denen der Teddy kam. Gott sei Dank, dann ist ein Kumpel schon mal wieder seine Sorgen los. Mich lobte der Doktor und sagte, ich sei ein aufmerksames und liebes Mädchen. Aber das weiß ich doch selbst ! | |